Bioakustische Erfassung der Waldschnepfe in Thüringen

Die Waldschnepfe ist die einzige heimische Limikole die nicht an Wasserflächen gebunden ist und deren Vorkommen sich auf Waldgebiete beschränken. Die Art bevorzugt feuchte Standorte in Misch- und Laubwäldern. Auf Grund ihrer kryptischen Lebensweise und ihrer guten Tarnung ist wenig Konkretes über ihre Verbreitung oder Bestandsentwicklung bekannt. Die Erfassung der Art erfolgt meist über nächtliche Zählungen balzender Männchen. Die Aktionsradien der Männchen können sehr groß sein, weshalb Bestandserfassungen auf kleiner Fläche nur über Synchronzählungen möglich sind. Konkrete Brutnachweise beschränken sich auf wenige Zufallsfunde. Eine großflächige Erfassung dieser Art ist also recht aufwändig, was zu den bereits erwähnten Datenlücken zum Vorkommen dieser Art führte. Durch den Einsatz von passiven Erfassungsgeräten, sogenannten Horchboxen, lassen sich über einen längeren Zeitraum Tonaufnahmen generieren, die akustische Nachweise von Vogelarten ermöglichen. Für die Auswertung der Daten stehen Programme zur Verfügung die in relativ kurzer Zeit konkrete Ergebnisse liefern. Die Vorteile dieser Methodik liegen klar auf der Hand: Zeitersparnis, Entfallen von nächtlichen Erfassungsgängen, lange und kontinuierliche Datenerfassung und eine schnelle Auswertung. Darüberhinaus wird ein nahezu vollständiges Spektrum an Vogelarten erfasst.

Der VTO hat auf dem Kartierertreffen im November 2025 ein Programm zum bioakustischen Monitoring der Waldschnepfe vorgestellt, was vorrangig im Rahmen von ADEBAR II umgesetzt werden soll, also in TK-25-Quadranten. Ziel ist es, die bisherigen Kenntinislücken bezüglich des Vorkommens dieser Art in Thüringen deutlich zu verkleinern. Die Resonanz war überaus positiv. Mittlerweile sind auf vielen ADEBAR-II-Quadranten Horchboxen im Einsatz.

Die Kurzfassung des Vortrags zum Thema können Sie hier nochmals abrufen.

Für die Installation und den Einsatz der Horchboxen sowie die Nutzung einer Auswertesoftware haben wir jeweils Anleitungen verfasst, die einen leichten und schnellen Einstieg ermöglichen sollen.

Beide Anleitungen können Sie mit einem Klick auf das jeweilige Bild in der linken Spalte abrufen.

Bei Fragen können Sie sich gern per E-Mail an Marco Kursawe, Michael Nickel oder Frank Radon wenden