Schwarzstorch

 

Schwarzstorcherfassungsbogen

Schwarzstorch

Koordination
Stefan Jaehne
Lindenhof 3
99998 Weinbergen/OT Seebach
stefan.jaehne@tlug.thueringen.de
Tel.: 03601/440662
Fax: 03601/440664

Der Schwarzstorch gehört zu den nach Bundesnaturschutzgesetz streng geschützten Vogelarten. Außerdem zählt er zu den in Anhang I der EG-Vogelschutzrichtlinie aufgeführten Arten, für die Art. 4 Abs. 1 besondere Schutzmaßnahmen fordert. Im Hinblick auf den Arten- und Biotopschutz wird er gern als "Flaggschiffart" bzw. als Leitart für intakte Waldökosysteme bezeichnet. Dies bedeutet, dass im Schlepptau der für ihn getroffenen Schutzmaßnahmen viele weitere gefährdete Arten günstige Lebensbedingungen finden.

Mit Ausnahme des Brutvorkommens im südlichen Afrika umfasst das Verbreitungsgebiet des Schwarzstorches die gemäßigt borealen und mediterranen Klimaregionen Eurasiens. Allerdings wird dieses vergleichsweise große Areal nur lückig und überwiegend in geringer Dichte besiedelt. Dabei unterliegt die Gesamtpopulation langfristig und großflächig starken Schwankungen. So sind beispielswiese in Deutschland von 1950 bis 1960 nur 10 - 25 Brutpaare bekannt gewesen. In Thüringen galt die Art bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als ausgestorben. Erst 1984, also über 100 Jahre später, konnte eine erfolgreiche Brut im Frankenwald nachgewiesen werden. Der Horst war seinen Ausmaßen zufolge bereits zwei Jahre zuvor angelegt worden. Seit diesem Nachweis werden die Bestände des Schwarzstorches in Thüringen kontinuierlich überwacht. 2010 gab es landesweit 48 Schwarzstorchpaare.

Schwarzstorchbestand Entwicklung der Schwarzstorchbestände (Horstpaare) in Thüringen (Stefan Jaehne, 2010)

Grundsätzlich sind alle Beobachtungen zur Brutzeit von Interesse (insbesondere, wenn sie einen Brutverdacht begründen). Alle Horstbetreuer werden gebeten, die bekannten Horste jährlich zu kontollieren und die Daten an den Koordinator zu melden. Dabei sollten Angaben über die Ankunftzeit der Altstörche im Revier, zum Brutbeginn und zum Bruterfolg gemacht werden. Darüber hinaus ist es wichtig, Horstverluste (z. B. Absturz) und Störungen zu melden. Bei bekannten Horsten kann die Meldung formlos erfolgen. Sofern neue Brutreviere/Horststandorte endeckt werden, ist es hilfreich, den Erfassungsbogen zu verwenden.

Publikation 2010:  pdf 2.9 MB