Weißstorch

Weißstorch

Koordination
Klaus Schmidt
Wirtsgasse 3
98597 Breitungen
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Tel.: 036 848/407 870

Mit 29 ansässigen Weißstorchpaaren gab es 2010 in Thüringen die bisher größte Anzahl brütende Weißstörche seit über 80 Jahren. Die leichte Zunahme geschah hauptsächlich aufgrund des Zuzuges fremder Störche der westeuropäischen Population aus Frankreich, Baden-Württemberg, Hessen und Bayern. Die Herkunft der Zuwanderer konnte durch das Ablesen der Fußringe ermittelt werden. Bezüglich der Brutvorkommen gibt es in den verschiedenen Landschaften des Freistaates deutliche Unterschiede. Während der Storchenbestand in Ostthüringen stark eingebrochen ist und nur noch zwei Bruten im Altenburger Land zu verzeichnen waren, gab es in der Werraaue in Südwestthüringen erstmals 13 besetzte Horste. In Nord- und Mittelthüringen war die Zahl der besetzen Horste mit 14 relativ konstant im Vergleich zu den vorherigen Jahren.

Auffallend war die überraschende Feststellung, dass neuerdings viele Weißstörche im jugendlichen Altern von 2 und 3 Jahren am Brutgeschehen beteiligt waren. Noch vor 30 Jahren galten sie als noch nicht fortpflanzungsfähig. Damals wurde erst im Alter von 4 oder 5 Jahren mit Bruten gerechnet.

Der Bestandesanstieg von 25 auf 29 besiedelte Storchennester darf aber nicht darüber hinweg täuschen, dass die mittlere Nachwuchsrate mit nur 1,8 Jungen je Brutpaar relativ niedrig war. Damit setzte sich der negative Trend des zu geringen Bruterfolges analog der letzten Jahre weiter fort. Wiesen und Weiden bieten trotz vielfältiger Landschaftsförderprogramme nicht mehr ausreichend Nahrungstiere für eine optimale Aufzucht des Nachwuchses. Der Anteil der erfolglosen Bruten war mit 31 % entsprechend groß. Storchennester mit 5 Jungvögeln gab es in Thüringen schon etliche Jahre nicht mehr. Der fehlende Bruterfolg war neben Nahrungsmangel teilweise auch der ungünstigen nasskalten Witterung während der Schlupfphase geschuldet. Letztendlich wurden 2010 insgesamt nur 53 Jungvögel flügge.

Weißstorchbestand Entwicklung der Weißstorchbestände (Horstpaare) in Thüringen (Klaus Schmidt 2010: Jahresbericht)

Es wird darum gebeten, alle Brutbeobachtungen inkl. Angaben zum Bruterfolg an den Koordinator zu melden. Dabei sind Neuansiedlungen von besonderem Interesse. Weiterhin sollten ungewöhnliche Weißstorchbeobachtungen und Ringmarkierungen mitgeteilt werden.